|
Vom 24. bis 26. September dreht sich in der Messe Bozen auf der Fachmesse KLIMEANERGY alles um erneuerbare Energien. In einem IWR-Interview hat Deutschalands Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zu diesem Thema die Zukunftsperspektiven für Deutschland dargestellt.
Neben dem erfolgreichen Stromsektor sei nun im regenerativen Wärmebereich ein "Blitzstart hingelegt" worden. Ziel ist es, mit den verschiedenen Instrumenten erneuerbare Energien in Gebäuden zu fördern, den riesigen Sanierungs- und Modernisierungsstau bei der Wärmedämmung abzubauen und so den fossilen Wärmebedarf bis 2020 um ein Viertel zu verringern, so Gabriel. Im Biotreibstoffsektor sieht Gabriel die Zukunft in den Biokraftstoffen der zweiten Generation und "nicht in der Rapsmühle um die Ecke". Ab 2015 sollen die Emissionen bei der Herstellung der Biotreibstoffe berücksichtigt und nur der tatsächliche Netto-Beitrag zur Treibhausgasverminderung betrachtet werden. Gabriel hebt hervor, dass perspektivisch im Verkehrssektor erneuerbare Energien und Elektromobilität hervorragend zusammen passen und das Elektroauto so zum echten Nullemissionsfahrzeug wird. Ein weiterer Förderschwerpunkt im regenerativen Forschungsspektrum ist die Optimierung des Stromversorgungssystems, um erneuerbare Energien besser zu integrieren. Ziel ist es, ein innovatives, zukunftsfähiges Energiesystem mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien zu schaffen. Projekte wurden auf den Weg gebracht, die zeigen sollen, wie Elektrofahrzeuge zur Systemintegration erneuerbarer Energien genutzt werden können.
Einer Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken erteilte Gabriel erneut eine Absage. Wie die Argumente der Stromversorger in Großbritannien untermauerten, würde eine Verlängerung den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland massiv behindern. Gabriel: "Kernkraft und erneuerbare Energien passen einfach nicht zusammen. Es macht schon einen Unterschied, ob die großen, alten Atommeiler als Anbieter und Wettbewerber im Strommarkt bleiben oder nach und nach vom Netz gehen, wie es zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft vertraglich vereinbart ist".
Das vollständige Interview mit Umweltminister Sigmar Gabriel kann im aktuellen IWR-Monatsreport 05/09 "Regenerative Energiewirtschaft" nachgelesen werden. http://www.solarserver.de/solarmagazin/news.html#news10619
|